Im Zentrum des komplexen Projekts steht das bisher nicht erforschte, obsessive Bildarchiv des Dresdner Ethnologen, Anthropologen und zeitweiligen kommissarischen Museumsdirektors Bernhard Struck (1888–1971), der zur Zeit des Nationalsozialismus einen rassentheoretischen Lehrstuhl in Jena innehatte. Das Archiv, das aus mehr als 20.000 Bildeinträgen besteht, gewährt Zugang zum Vorstellungsraum eines Denkers von Rasse, der seine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor allem durch die Vermessungen des menschlichen Körpers erhielt. Struck selbst war zwar kein expliziter Parteigänger des Nationalsozialismus, jedoch befand er sich mit dem, was er für reine Wissenschaft hielt, im Einklang mit der in dieser Zeit geltenden Rassenlehre. Sein in Karteikarten verdinglichtes Menschenbild zeigt seine exzessive Erhebung und statistische Verarbeitung von Zahlenwerten. Die daraus gezogene Konstruktion völkischer Identität, die Struck im Akt der Kartierung und des Grenzziehens vollzog, entspricht einem prinzipiellen Geist der Exklusion des Fremden.
Vier Werke der bildenden Kunst gewähren weiteres Material für eine Kritik der manipulativen Benutzung von Bildern, mit denen die Differenz des Eigenen zum Fremden plausibel wird: Es sind dies die Skulptur eines frauenraubenden Gorillas des in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr erfolgreichen französischen Bildhauers und mit den wissenschaftlichen Rassentheoretikern seiner Zeit verbundenen Emmanuel Frémiet (1824–1910). Das „Affenmonument“ wird von dem in Deutschland bislang nicht gezeigten Hauptwerk Manipulation der Kultur des italienischen Künstlers Fabio Mauri (1926–2009) umgeben, dessen Bilderzyklus der „Schönheit der Macht“ zu Zeiten der faschistischen Herrschaft bildlichen Ausdruck gab.
Eine Ausstellung von Wolfgang Scheppe für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Ausstellungsort:
Kunsthalle im Lipsiusbau und
Sponsel-Raum im Residenzschloss
13. Mai bis 7. August 2016
Öffnungszeiten:
10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Eintritt frei
Weitere Informationen unter:
http://www.skd.museum/de/ueber-uns/presse/mitteilung-archiv/article/die-vermessung-des-unmenschen-zur-aesthetik-des-rassismus-prop/index.html
Vier Werke der bildenden Kunst gewähren weiteres Material für eine Kritik der manipulativen Benutzung von Bildern, mit denen die Differenz des Eigenen zum Fremden plausibel wird: Es sind dies die Skulptur eines frauenraubenden Gorillas des in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr erfolgreichen französischen Bildhauers und mit den wissenschaftlichen Rassentheoretikern seiner Zeit verbundenen Emmanuel Frémiet (1824–1910). Das „Affenmonument“ wird von dem in Deutschland bislang nicht gezeigten Hauptwerk Manipulation der Kultur des italienischen Künstlers Fabio Mauri (1926–2009) umgeben, dessen Bilderzyklus der „Schönheit der Macht“ zu Zeiten der faschistischen Herrschaft bildlichen Ausdruck gab.
Eine Ausstellung von Wolfgang Scheppe für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Ausstellungsort:
Kunsthalle im Lipsiusbau und
Sponsel-Raum im Residenzschloss
13. Mai bis 7. August 2016
Öffnungszeiten:
10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Eintritt frei
Weitere Informationen unter:
http://www.skd.museum/de/ueber-uns/presse/mitteilung-archiv/article/die-vermessung-des-unmenschen-zur-aesthetik-des-rassismus-prop/index.html
