Symposium: System - Design zwischen Chaos und Alltag, Museum für Angewandte Kunst Köln, 15.05.2015
Öffentliches Symposium im Museum für Angewandte Kunst Köln
Freitag, 15. Mai 2015, 17 Uhr

An der Rechtschule, 50667 Köln
Anmeldung unter makk@stadt-koeln.de
Eintritt frei

Teilnehmer
Prof. Dr. Dirk Baecker, Kulturtheorie, Zeppelin Universität, Friedrichshafen
Prof. Dr. Wolfgang Jonas, Designwissenschaft, Hochschule für bildende Künste Braunschweig
Prof. Peter Friedrich Stephan, Cognitive Design, Kunsthochschule für Medien Köln
Dr. René Spitz, Designtheorie, Rheinische Fachhochschule Köln, Kurator der Ausstellung

Programm
ab 16 Uhr: Einlass, Begrüßung
17.00 Uhr: René Spitz zur Ausstellung als Kontext und Anlass des Symposiums
17.15 Uhr: Statement Dirk Baecker
17.30 Uhr: Statement Wolfgang Jonas
17.45 Uhr: Statement Peter Friedrich Stephan
18.00 Uhr: Gespräch, Moderation René Spitz

Dirk Baecker: Medienepochentheorie des Designs
Gibt es so etwas wie eine Medienepochentheorie des Designs? Und gibt es im Anschluss daran eine Medienarchäologie, die an jedem (Design-)Gegenstand die Spuren der tribalen, antiken, modernen und nächsten Gesellschaft aufzuweisen versuchen könnte? Sind wir nur von Dingen umgeben, die sich so oder so in der Auseinandersetzung mit Problemen der Mündlichkeit, der Schriftlichkeit, des Buchdrucks und der elektronischen Medien bewährt haben? Was sehen Soziologen und Designer, wenn sie gemeinsam auf einen (Design-)Gegenstand schauen?

Wolfgang Jonas: System, Design und »Sumpf«
Systemdesign als Ausdruck der Sehnsucht nach Ordnung und Fehlerlosigkeit funktioniert nur außerhalb des Sozialen; sobald wir Soziales zulassen geraten wir in den »Sumpf«: Grundlosigkeit, Unmöglichkeit von Fortschritt, Komplexität und ethische Relevanz sind die Bedingungen. Zwei methodologische Aspekte erscheinen in dieser Situation interessant: Zirkularität: Schnelle, permanente Lernprozesse, in denen so genannte Fehler das zentrale Erkenntnisinstrument darstellen, sowie Spielfelder: Landkarten des Nichtwissens sowohl was den Gegenstand von Entwerfen betrifft (die angestrebten Ergebnisse), als auch was die Ressourcen angeht (die Klassiker der Designtheorie). Es folgt die Hypothese: »Es gibt keine Fehler im Design!« oder allgemeiner die Frage: »Sind Fehler noch zeitgemäß?«

Peter Friedrich Stephan: Wer gestaltet die Systeme?
Die Gestaltung von Produkten, Services und Systemen wird heute ergänzt durch Bewegungen wie »Design for Social Change« und »Transformation Design«. Deren Selbstbeauftragung richtet sich auf soziale Belange, die öffentlich verhandelt werden, die »matters of concern« (Bruno Latour). Dabei sollen Medienplattformen gestaltet werden, auf denen kontroverse Fragen (Genmais, Sterbehilfe, Tempolimit) dargestellt und diskutiert werden. Darüber hinaus werden auch materielle Eingriffe erprobt, die zu alternativen sozialen Praxen führen. Für das Design stellt sich damit die Aufgabe, soziale Qualitäten wie Motivation, Teilhabe und Vertrauen zu gestalten.
29.04.2015 um 10:35 Uhr

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